Ausflugstipps vom LeserECHO – Freie Fahrt für Anna mit „Jan Harpstedt“

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Freie Fahrt für Anna mit „Jan Harpstedt“
Anna – so heißt sie, die Dampflok der Historischen Kleinbahn „Jan Harpstedt“. Und Anna steht aktuell in Deutschland an sechster Stelle der Häufigkeit bei den Mädchennamen. „Somit können wir am Sonntag wohl zahlreiche Annas bei uns erwarten“, spekuliert Pressesprecher Joachim Kothe von den Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunden, „denn an diesem Tag begehen wir den Namenstag unserer Lokomotive und deshalb fahren alle Mädchen und Frauen, in deren Ausweis der Name Anna steht, den ganzen Tag umsonst bei unserer Museumsbahn.“
Offenbar ist es bei Lokomotiven ähnlich wie bei Zuchthunden, die auch nur selten mit ihrem im Stammbaum eingetragenen Namen gerufen werden. Die Züchter- , Verzeihung, Typenbezeichnung der Lok durch die Herstellerfirma Krupp lautet wenig romantisch: „Hannibal“. „Aber wir haben der Lok den trendigen Mädchennamen nicht gegeben“, ergänzt Kothe. „Der Name stammt von der Kohlengrube Anna in Alsdorf, wo die Lok von 1973 − 86 zuletzt regulär Dienst tat.“
Die ganze Geschichte der 1955 gebauten Lok lässt sich übrigens nachlesen auf dhef.de/presse/L2Flyer.pdf

Am 3. September zieht Anna den ersten Dampfzug von Harpstedt um 9:30 Uhr in Richtung Delmenhorst. Weitere Züge folgen um 13:30 und um 17:00. Unterwegs-Stationen sind Dünsen, Groß Ippener, Kirchseelte, Heiligenrode, Groß Mackenstedt, Stelle, Annenheide und Hasporter Damm. Von Delmenhorst zurück geht es um 10:45, 14:45 und 18:20 Uhr.

Der Buffetwagen und die Minibar in den Waggons sorgen für das leibliche Wohl der Fahrgäste.

Beliebt ist bei vielen Radlern die Möglichkeit, einen Teil ihres Ausflugs auf der Schiene, den anderen mittels eigener Muskelkraft zurückzulegen.
Fahrräder werden in allen Zügen mitgenommen und die Historische Kleinbahn „Jan Harpstedt“ ist darauf bestens vorbereitet: „Ein Pack- und ein Güterwagen fahren in jedem Zug mit um die Fahrräder abseits der Personenabteile zu befördern. Unser erfahrenes Personal sorgt für sachgemäßen Transport und zügiges Ein- und Ausladen an den gewünschten Stationen“, erläutert Kothe.

Fern der viel befahrenen Verkehrswege lassen sich so die Umgebung der idyllischen Haltepunkte wie z.B. Kirchseelte, Heiligenrode oder Harpstedt erkunden oder aber auch Ausflugsziele abseits der Strecke erreichen wie das interessante Nordwolle Museum in Delmenhorst oder das lebendige Städtchen Wildeshausen.
Aber natürlich kann man auch die gesamten 22 Streckenkilometer mit dem Fahrrad zurücklegen um anschließend die Rückfahrt entspannt im gemütlich dahin zuckelnden Museumszug zu genießen.

Radwanderkarten sind im Zug erhältlich, Wandervorschläge rund um die Stationen der Bahn können online heruntergeladen werden.

Neben den Fahrrädern befördert der Zug auch noch die Briefpost der Passagiere. „In den kombinierten Pack-/Postwagen von 1903(!) eingeworfene Postkarten und Briefe bekommen am Abend einen Sonder-Bahnpoststempel, bevor sie an die Deutsche Post übergeben werden“, berichtet Kothe.

Den genauen Fahrplan, eine Möglichkeit zur Online-Buchung und weitere Informationen zur Bahn gibt es im Internet unter www.jan-harpstedt.de oder unter der Telefonnummer 04244 2380. Hier sollten sich auch größere Reisegruppen anmelden.

Die Museumsbahn bietet einen idealen Zugang zum waldreichen Gebiet um Harpstedt und Dünsen, das Teil des Naturpark Wildeshauser Geest ist. Reizvolle Ausflugsziele sind hier die funktionsfähige Windmühle und der historische Amtshof in Harpstedt oder Heiligenrode mit seinen gepflegten Speiserestaurants und seinem reizvollen Ortskern am Klosterbach und der Wassermühle. In Groß Ippener ist der Skulpturengarten von Robert Czieslik ein lohnendes Ziel. Auch als attraktiven Zubringer zum Badevergnügen im Rosenfreibad in Harpstedt lässt sich die Bahn nutzen. Sicher einen Abstecher wert ist ferner der Bibelgarten in Harpstedt. Direkt an der Christuskirche bietet er acht Stationen zum Genießen, Erleben und Meditieren. In Delmenhorst erwartet die Gäste beispielsweise die attraktive GraftTherme, das Stadtmuseum und das Fabrikmuseum auf dem Nordwolle-Gelände.

Während der Saison 2017 verkehrt die Museumsbahn noch am 17. September. Außerdem wird am Tag des offenen Denkmals am 10. September im Bahnhof Harpstedt der 25. Jahrestag der Indienststellung des Wagen 5 als Buffetwagen begangen und am 3. Oktober beteiligt sich die Bahn am Maustag des WDR, einem „Türöffnertag“ für Kinder aus Anlass der „Sendung mit der Maus“.

Zum Jahresschluss finden im Dezember an den Wochenenden um den 2. und 3. Advent wieder die beliebten Nikolausfahrten statt und auch an Heiligabend kann man sich die Zeit des Wartens auf’s Christkind mit einer Bahnfahrt verkürzen.

Wie schon in den vergangenen Jahren gibt es im Winter erneut einen fahrplanmäßigen Kohlfahrten-Verkehr, der an den Wochenden von Januar bis März angeboten wird. Darüber hinaus können größere Gruppen den Dampfzug oder auch einen historischen Triebwagen aus dem Jahre 1940 für private Sonderfahrten mieten.

Die Museumsbahn wird seit 1976 vom Verein Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde e.V. betrieben, der damit an die Tradition der sonntäglichen Ausflugsfahrten auf der Kleinbahn Delmenhorst-Harpstedt anknüpfen will. Von den Vereinsmitgliedern werden sämtliche Arbeiten ehrenamtlich ohne Bezahlung erledigt.
Interessierte können sich jeden Samstag ab 9.30 Uhr in der Fahrzeughalle beim Bahnhof Harpstedt über die Arbeit der Aktiven informieren.

Text/Foto: Joachim Kothe

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