Das Schwalbenjahr beginnt – Schwalben kann jetzt schon geholfen werden

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Foto: Bernhard Schiewe / NABU: Rauchschwalben

NABU: Niedersachsen wartet auf gefährdete Glücksbringer

Hannover – Kommen bald die ersten Schwalben zurück nach Niedersachsen? Letztes Jahr lagen erste Schwalbenmeldungen für Niedersachsen Anfang April vor. Nun wartet der NABU Niedersachsen gespannt auf die Rückkehr der gefährdeten Glücksbringer. Vielleicht klappt’s ja schon am Osterwochenende?

Schwalben gelten vielerorts als Sympathievögel: Viele Menschen tragen sie als Tattoo auf der Haut oder benennen Motorräder nach ihnen. Früher galten Schwalben als Boten des Glücks, die das Haus vor Feuer und Blitz sowie das Vieh im Stall vor Krankheiten bewahrten. Noch heute gilt die erste aus dem afrikanischen Winterexil zurückgekehrte Schwalbe bei vielen als Anzeichen dafür, dass die Freibadsaison nicht mehr weit ist, und tief fliegende Schwalben warnen angeblich rechtzeitig vor drohendem Regen.

Brutplätze sind schwer zu finden

Obwohl es den Schwalben immer schwerer gemacht wird, geeignete Brutplätze zu finden, fühlen sich die Vögel gerade in einer von Menschen geprägten Umgebung grundsätzlich wohl. Die Mehlschwalbe mit ihrem leuchtend weißen Bürzel und Bauch sowie dem tief gekerbten Schwanz nutzt vor allem rau verputzte Hauswände unter geschützten Dachvorsprüngen zum Bau ihres Nestes. Sie brütet gerne in großen Kolonien. Das bringt jedoch Kot und Reste von Nistmaterial an Fassaden und auf dem Boden mit sich. „Viele Nester werden daher mutwillig zerstört, dabei würde ein einfaches, einen halben Meter unterhalb der Nester angebrachtes Brett oder eine gelegentliche Säuberung bereits wirksam Abhilfe schaffen“, so der NABU Niedersachsen.

Rauchschwalben, die über ihre braunrote Färbung von Kehle und Stirn gut erkennbar sind, bevorzugen Balken oder Mauervorsprünge in Ställen, Scheunen oder Carports. Leider bleiben die notwendigen Einflugluken nach Renovierungen zunehmend verschlossen oder sind bei Neubauten gar nicht erst vorhanden. „Viele Lager und Ställe müssten zumindest in der warmen Jahreshälfte nicht komplett verschlossen sein. Eine Einflugluke reicht Rauchschwalben bereits“, erläutert der NABU Niedersachsen.

Schwalben kann geholfen werden

Gerade im April bietet es sich an, Lehmpfützen für Schwalben anzulegen und feucht zu halten. Die kleinen Untermieter nutzen den Lehm als Baumaterial. Die Pfütze sollten möglichst den ganzen Sommer über feucht gehalten werden.

Mit der Aktion “Schwalbenfreundliches Haus” hofft der NABU Niedersachsen dazu beizutragen, die Akzeptanz für Schwalben und ihre Nester in der Nähe des Menschen zu erhöhen sowie bestehende Quartiere zu erhalten und neue zu schaffen. Menschen, die sich für Schwalben engagieren und an ihren Häusern dulden, werden vom NABU deshalb mit einer Plakette und einer Urkunde „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet. Über 3.800 Häuser haben NABU-Aktive mittlerweile dafür ausgezeichnet, dass die sprichwörtlichen Glücksboten dort willkommen sind. Bewerben können sich Hausbesitzer, die das Brutgeschehen der wendigen Flugkünstler und Sommerboten dulden und fördern. Ganz gleich, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, Hotel, Bauernhof oder Fabrikgebäude handelt.

Alles rund um das Thema Schwalben sowie Anträge für die Plakette ‚Schwalbenfreundliches Haus‘ finden Sie im Netz unter: www.NABU-niedersachsen.de/schwalben


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