NABU: Liebes- und Frühlingsgefühle können den Tod bedeuten

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Foto: Jonathan Fieber @NABU

Ehrenamtliche den Fröschen und Kröten auf der Spur – NABU bittet um Rücksicht zur Paarungszeit der Amphibien

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Hannover – Sie sitzen in den Startlöchern. Ein paar Nächte mit Temperaturen über fünf Grad und ein wenig Regen und sie wandern wieder los. Ein unwiderstehlicher Drang zieht die Amphibien im Frühjahr wieder zu ihrer Geburtsstätte, um dort selbst für Nachwuchs zu sorgen, erklärt Ulrich Thüre, Pressesprecher des NABU Niedersachsen.

Zum Schutz vor dem Straßenverkehr stellen NABU-Gruppen an stark betroffenen Straßenabschnitten Amphibienschutzzäune auf. Diese Zäune halten die Kröten und Frösche davon ab, die Straßen zu überqueren. Meist ehrenamtliche Naturschützer sammeln so aufwändig Nacht für Nacht die Tiere an den Zäunen, um sie sicher in Eimern auf die andere Straßenseite zu tragen. Allein in Niedersachsen sind zahlreiche Amphibienschützer Jahr für Jahr in NABU-Gruppen an über 140 Standorten aktiv, stellen Fangzäune auf und legen auch Ersatzlaichgewässer an. Ohne dieses vielfache, ehrenamtliche Engagement wäre es um unsere Kröten und Frösche deutlich schlechter bestellt. Auch wenn mehr und mehr feste Amphibienquerungen gebaut werden, gibt es bundesweit immer noch hunderte Stellen, an denen Naturschützer ab Februar, spätestens im März, Leitzäune aufstellen. Die anwandernden Tiere sammeln sich in Eimern, werden dann über die Straße getragen, statistisch erfasst und wieder freigelassen. Zusätzliche Helferinnen und Helfer sind stets hochwillkommen. Schauen Sie mal bei einer NABU-Gruppe vorbei; viele Gruppen betreuen jetzt Krötenzäune und erläutern gerne den Einsatz für diese Tiere. Auch für Anfänger ist diese Tätigkeit gut geeignet, ebenso für Kinder und Jugendliche.

Tausende verliebter Kröten wandern wieder aus ihren Winterquartieren über Straßen zu den Laichgewässern. Oft krallen sich die Männchen auf dem Rücken der Weibchen fest und lassen sich huckepack tragen. “Verkehrsteilnehmer sollten in nächster Zeit besonders vorsichtig fahren; denn bereits bei Tempo 30 tötet der Strömungsdruck des Fahrzeuges. Die überfahrene Kröte ist nur das Resultat, das wir sehen”, appelliert Ulrich Thüre.

Bereits während der Kaulquappenphase erfolgt die Prägung auf das Laichgewässer. Zur Fortpflanzung kehren viele Amphibien an ihr Geburtsgewässer zurück. Die Winterquartiere wie Hecken, Kiesgruben, Wälder aber auch Gärten liegen in bis zu 500 Metern Entfernung von den Laichgewässern in denen die Amphibien Kröten, Frösche und Molche auf Paarungssuche gehen. Eine gewaltige Strecke. Die Tiere sind wenig anspruchsvoll bei der Gewässerwahl: Teiche, Tümpel und langsame Fließgewässer alles ist recht. Am beliebtesten allerdings sind fischfreie sonnenüberflutete Gewässer mit reichem Pflanzenwuchs.

Der NABU-Pressesprecher Ulrich Thüre abschließend: „Frühlingszeit ist Liebeszeit und Liebende brauchen unsere Rücksicht und Hilfe. Mithelfer sind herzlich willkommen.“


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